Wie ich arbeite
Viele spielen aus dem Kopf – kontrolliert, gestresst, nach dem richtigen Gefühl suchend. Und stellen es dann her, statt sich einzulassen. Statt offen im Moment zu reagieren und Impulsen Raum zu geben. Das fühlt sich meist nach Lügen und Betrügen und falsch an.
„Good Acting“ fühlt sich mutig und lebendig an.
Mein Training arbeitet an dem, was dich hindert, ins freie „gute“ Spiel zu kommen. An den Mustern, die unter Druck anspringen. An dem, was den Körper dicht macht, wenn es drauf ankommt. Damit du im Spiel bleiben kannst – auch wenn es eng wird.
Feldenkrais-Ausbildung · 6 Jahre Meisner-Training · Regie-Studium Max Reinhardt Seminar · Dozentin an zwei Schauspielschulen in Wien
Drei Zugänge, ein Training
Ich arbeite mit drei Methoden, die im Training ineinandergreifen – je nachdem, was gerade gebraucht wird. Keine getrennten Module, kein Programm von der Stange.
Stanislawski
Ich verwende Stanislawski für die Arbeit an der Rolle. Ziel, Subtext, Szenenaufbau – die Struktur, die du brauchst, damit du weißt, wo du stehst und wo du hinwillst.
Wenn du nicht weißt, was deine Figur will, rätst du. Und wer rät, spielt Gefühle statt Ziele. Stanislawski gibt dir die Klarheit, aus der heraus du spielen kannst – statt dich durch die Szene zu improvisieren.
Meisner
Ich arbeite seit über sechs Jahren mit der Meisner-Technik. Sie trainiert das, was sich nicht planen lässt: echte Reaktion auf dein Gegenüber. Ungefiltert, ohne im Kopf zu bewerten, ob das jetzt „richtig“ ist.
Solange du kontrollierst, was rauskommen soll, spielst du gegen dich selbst. Meisner bringt dich raus aus der Kontrolle und rein ins Spielen.
Feldenkrais
Ich habe eine vollständige Feldenkrais-Ausbildung, weil die körperliche Seite beim Spielen nicht optional ist. Dein Kiefer macht zu, dein Atem wird flach, deine Schultern ziehen hoch – und du merkst es nicht, bis es zu spät ist.
Feldenkrais macht diese Muster sichtbar. Nicht als Therapie, nicht als Entspannung – sondern damit dein Körper dir beim Spielen nicht im Weg steht, sondern zur Verfügung steht.
Aus dem Training
Luise gegen Lady Milford
Ich arbeite mit meiner Schülerin an Luise aus Kabale und Liebe – die große Szene gegen Lady Milford. Sie kann den Text, wir haben die Szene gemeinsam analysiert, das Ziel der Figur identifiziert und den Subtext gefunden, der sie trägt. Sie fängt an zu spielen. Es taucht ein Impuls auf. Eine Geste beginnt. Ein Gefühl entsteht. Und doch liegt über dem Ganzen so eine Bremse. Sie versucht es weiter. Aber es bleibt irgendwie kontrolliert.
Ich frage: Was passiert da in dir?
„Mein Kritiker“, sagt sie. „Der sagt, das ist scheiße.“
Und was will er eigentlich? Vermutlich will der ja, dass du besser wirst. Der will ja nicht, dass du schlecht bist.
Sie überlegt. Ich biete ein paar Möglichkeiten an: Vielleicht bedeutet es „mach mehr“, vielleicht „spring“, vielleicht was anderes. Sie spürt in sich hinein. Und dann sagt sie: „Eigentlich sagt er: Trau dich.“ Ab da verändert sich etwas. Sie traut sich mehr. Die Gesten werden größer, der Text kommt anders. Und sie spürt dadurch mehr, nicht weniger.
Nächste Session. Sie sagt gleich am Anfang: Das letzte Mal war ein ziemlicher Durchbruch. „Ich habe einen Zugang zu meiner Wut gefunden. Die war vorher komplett abtrainiert.“
Und trotzdem tauchen dieselben Muster wieder auf, weil es eben ein Prozess ist, loslassen zu lernen und wirklich alles Spüren zu erlauben. Sie macht eine Bewegung – groß, offen – und zieht sie sofort ein Stück zurück. „Ich hab Angst, dass ich zu viel mache.“ Ich sage: Halt sie. Lass sie da. Und erlaube das Gefühl, wenn du sie nicht zurücknimmst. Sie hält. Sie spürt Angst und dann kommt aus diesem Gefühl der nächste Satz – nicht aus dem Kopf. Und es ist so stark.
Luise hat auch Angst. In diesem Moment schenkt meine Schülerin der Figur ihr eigenes Gefühl.
Später, im Proben, sagt sie: „Ich habe kapiert – das, was ich fühle, ist eigentlich schon gut. Ich muss es nur rauslassen.“
Für wen das ist
Für Schauspieler:innen, die merken, dass unter Druck etwas in ihnen dicht macht – und die daran arbeiten wollen, statt es zu ignorieren.
Für lernende Profis, die zwischen Engagements an dem arbeiten wollen, was im Ernstfall zählt.
Für Aufnahmeprüfungs-Kandidat:innen, die nicht nur Monologe üben wollen, sondern lernen wollen, vor einer Jury bei sich zu bleiben.
Nächster Schritt
Such dir dein Format
Du weißt, woran du arbeiten willst? Dann schau, welches Format zu deiner Situation passt.
Noch nicht sicher? Komm erstmal zum Gratis-Salon →